Girokonto Vergleich

Welches kostenlose Girokonto
passt wirklich zu dir?

Fast jede Direktbank wirbt mit „kostenlos“. Der Unterschied liegt woanders: bei Bargeld, Auslandsgebühren, Girocard und Dispo. Dieser Vergleich zeigt, worauf es im Alltag ankommt.

Stand: August 2026 · Aktualisiert am 12.09.2026 · von Niklas D. Palladini
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Was „kostenlos“ bei einem Girokonto wirklich bedeutet

Das Wichtigste
  • „Kostenlos“ heißt meist nur: keine monatliche Grundgebühr
  • Viele Konten sind nur mit Mindestgeldeingang gebührenfrei (oft 700–1.000 €)
  • Bargeldabhebungen und Auslandszahlungen kosten oft extra
  • Die Girocard ist bei Neobanken häufig nicht enthalten

Der Begriff ist nicht geschützt, und genau darin liegt die Falle. Ein Konto kann mit „0 € Kontoführung“ werben und trotzdem im Jahr 50 € kosten – wenn du fünfmal im Monat Bargeld abhebst und dafür jeweils 2 € zahlst.

Es gibt zwei Modelle am Markt: bedingungslos kostenlos (keine Grundgebühr, egal wie du das Konto nutzt) und kostenlos bei Bedingung (meist ein monatlicher Geldeingang). Zur ersten Gruppe zählen laut aktuellen Marktübersichten unter anderem C24 Smart, N26 Standard und Trade Republic. Zur zweiten Gruppe gehören klassische Direktbanken wie ING, DKB, Comdirect und Consorsbank – dort liegt die Schwelle je nach Bank bei etwa 700 bis 1.000 € Geldeingang pro Monat.

Wichtig: Konditionen ändern sich laufend. Alle Angaben hier sind eine redaktionelle Orientierung mit Stand August 2026 – prüfe Gebühren, Kartenkosten und Bedingungen vor dem Abschluss immer direkt beim Anbieter.
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Die fünf Kriterien, die im Alltag zählen

Wer nur auf die Grundgebühr schaut, vergleicht das Falsche. Diese fünf Punkte entscheiden, ob ein Konto zu dir passt:

1. Grundgebühr und Bedingungen

Zahlst du monatlich etwas – und wenn ja, unter welchen Umständen entfällt es? Ein Mindestgeldeingang ist unproblematisch, solange dein Gehalt dort eingeht. Bei unregelmäßigem Einkommen, in Elternzeit oder als Student kann er zur Kostenfalle werden.

2. Bargeld: Wie oft, wo, zu welchem Preis?

Das meistunterschätzte Kriterium. Manche Konten erlauben nur eine begrenzte Zahl kostenloser Abhebungen pro Monat und berechnen danach pro Vorgang. Andere – etwa die DKB für Aktivkunden – erlauben unbegrenzte Abhebungen ab einem Mindestbetrag. Rechne ehrlich: Wie oft hebst du wirklich ab?

3. Karten: Girocard oder nur Debit?

Viele Neobanken geben ausschließlich Mastercard- oder Visa-Debitkarten aus. Die funktionieren online und im Ausland hervorragend, werden in Deutschland aber nicht überall akzeptiert – bei manchen Ärzten, Bäckereien oder kleinen Läden führt das zum Problem. Prüfe, ob eine Girocard enthalten oder gegen Aufpreis buchbar ist.

4. Ausland: Fremdwährungsgebühr

Wer regelmäßig reist oder in Fremdwährung online einkauft, sollte auf das Fremdwährungsentgelt achten. Üblich sind rund 1,5 bis 2 % pro Transaktion; einzelne Anbieter verzichten in bestimmten Kontomodellen darauf. Bei 2.000 € Urlaubsausgaben sind das schnell 40 € Unterschied.

5. Dispozins

Auch wenn du nicht planst, ins Minus zu gehen: Der Dispozins zeigt, wie teuer ein Ausrutscher wird. Marktüblich sind zweistellige Zinssätze; einzelne Direktbanken liegen deutlich darunter. Wichtig ist vor allem, den Dispo nicht als Dauerlösung zu nutzen – dafür ist er das teuerste Geld überhaupt.

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Kostenlose Girokonten im Überblick

Die folgende Übersicht ordnet gängige Konten nach den Kriterien oben ein. Sie ersetzt keine Einzelfallprüfung – die konkreten Konditionen können sich jederzeit ändern.

KontoGrundgebührBedingungBesonderheitSchwäche
C24 Smart 0 € keine Unterkonten („Pockets“) mit eigener IBAN, Verzinsung des Guthabens, Multibanking Begrenzte Zahl kostenloser Abhebungen, Girocard nur in höheren Tarifen
N26 Standard 0 € keine Sehr schlanke App, Spaces zum Sparen Keine Girocard im Basismodell, Bargeldabhebungen begrenzt
DKB 0 € für Aktivkunden Geldeingang Sehr stark im Ausland, unbegrenzt Bargeld für Aktivkunden ab Mindestbetrag Ohne Aktivstatus fällt eine Gebühr an
ING 0 € ab Geldeingang Geldeingang Große Direktbank, breites Produktangebot inkl. Depot Ohne Geldeingang monatliche Gebühr
Consorsbank 0 € ab Geldeingang ca. 700 € Kombination aus Konto und Wertpapierdepot Unter der Schwelle rund 4 € pro Monat
Transparenz: Über den Vergleichsrechner unten gelangst du zu einem Partnerangebot. Schließt du darüber ab, erhalte ich eine Provision – für dich ändert sich der Preis nicht. Die Einordnung oben erfolgt unabhängig davon; die Schwächen stehen bewusst mit in der Tabelle.

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Welches Konto passt zu welchem Nutzertyp?

Das „beste“ Girokonto gibt es nicht – nur das beste für deine Nutzung. Vier typische Fälle:

Du zahlst fast nur mit Karte und Handy

Dann ist ein bedingungslos kostenloses Konto mit guter App die richtige Wahl. Die begrenzten Bargeldabhebungen stören dich nicht, weil du sie kaum brauchst. Achte stattdessen auf Apple/Google Pay und eine saubere Ausgabenübersicht.

Du hebst regelmäßig Bargeld ab

Hier zählt nur eines: unbegrenzte oder großzügige Freiabhebungen. Ein Konto mit 4 € Grundgebühr, aber kostenlosem Bargeld kann günstiger sein als ein „kostenloses“ mit 2 € pro Abhebung.

Du reist viel oder kaufst in Fremdwährung ein

Fremdwährungsentgelt und weltweite Abhebungen sind deine Hauptkriterien. Prüfe, ob das gewünschte Modell tatsächlich ohne Fremdwährungsaufschlag arbeitet – das unterscheidet sich oft zwischen Basis- und Premium-Tarif desselben Anbieters.

Du willst Konto und Geldanlage an einem Ort

Dann lohnt eine Direktbank mit integriertem Depot. Der Komfort, Sparplan und Konto in derselben App zu haben, ist real – rechne aber gegen, ob Depotkosten und Ordergebühren konkurrenzfähig sind. Mehr dazu in meinem Leitfaden zum passiven Einkommen.

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Konto wechseln: So läuft es ab

In fünf Schritten
  • Neues Konto online eröffnen (Video- oder PostIdent, meist 10–15 Minuten)
  • Kontowechselservice der neuen Bank nutzen – überträgt Daueraufträge und Lastschriften
  • Arbeitgeber, Vermieter und Versicherungen über die neue IBAN informieren
  • Ein bis zwei Monate beide Konten parallel laufen lassen
  • Erst dann das alte Konto kündigen

Der gesetzlich vorgeschriebene Kontowechselservice verpflichtet Banken, dir beim Umzug zu helfen. In der Praxis läuft das digital: Du autorisierst den Wechsel in der App der neuen Bank, sie holt die Daten bei der alten ab und informiert deine Zahlungspartner.

Der wichtigste Fehler dabei ist Ungeduld. Prüfe die letzten zwölf Kontoauszüge auf jährliche Buchungen – Versicherungsbeiträge, Kfz-Steuer, Vereinsbeiträge tauchen sonst erst auf, wenn das alte Konto schon zu ist.

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Vier Fehler, die beim Kontowechsel Geld kosten

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Häufige Fragen

Dauerhaft ohne Grundgebühr und ohne Mindestgeldeingang sind unter anderem C24 Smart, N26 Standard und Trade Republic. Bei ING, DKB, Comdirect und Consorsbank hängt die Gebührenfreiheit dagegen an einem monatlichen Geldeingang (je nach Bank rund 700 € bis 1.000 €) – wird er nicht erreicht, fallen meist 4 bis 5 € pro Monat an. Prüfe vor dem Abschluss immer die aktuellen Bedingungen direkt beim Anbieter.

Die Grundgebühr ist nur ein Teil der Rechnung. Entscheidend sind vier weitere Punkte: Wie viele Bargeldabhebungen sind frei und was kostet jede weitere? Fallen im Ausland Fremdwährungsgebühren an? Ist eine Girocard enthalten oder nur eine Debitkarte? Und wie hoch ist der Dispozins, falls das Konto einmal ins Minus rutscht?

Viele Direktbanken geben nur noch eine Debitkarte von Mastercard oder Visa aus. Die wird online und im Ausland breiter akzeptiert, in Deutschland aber nicht überall – manche Bäckereien, Ärzte oder kleinere Geschäfte akzeptieren weiterhin nur die Girocard. Wer regelmäßig bar oder bei kleinen Händlern zahlt, sollte prüfen, ob eine Girocard enthalten oder zubuchbar ist.

Das unterscheidet sich stark. Bei C24 Smart sind einige Abhebungen pro Monat frei, danach wird pro Vorgang abgerechnet. Die DKB erlaubt Aktivkunden ab einem Mindestbetrag unbegrenzt kostenlose Abhebungen weltweit. Wer häufig Bargeld braucht, sollte dieses Kriterium höher gewichten als die Grundgebühr – die Abhebungsgebühren summieren sich schneller als 4 € Kontoführung im Monat.

Wenn du aktuell Kontoführungsgebühren zahlst: fast immer. Bei 5 € im Monat sind das 60 € im Jahr, die du bei einem kostenlosen Konto sparst. Der Wechsel selbst dauert online meist unter 15 Minuten; die meisten Banken bieten einen digitalen Kontowechselservice, der Daueraufträge und Lastschriften automatisch überträgt. Rechne aber ein, ob du Filialen, Girocard oder Bargeldeinzahlungen brauchst.

Bei Banken mit deutscher oder europäischer Banklizenz greift die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Bank. Das gilt für Direktbanken genauso wie für die klassische Filialbank. Achte darauf, dass es sich um eine echte Bank mit Lizenz handelt und nicht nur um einen Zahlungsdienstleister – das steht in den Rechtlichen Hinweisen des Anbieters.

Ja, und für das Multi-Konto-Modell ist genau das sinnvoll: ein Konto für Fixkosten, eines für den Alltag, dazu ein Tagesgeldkonto für den Notgroschen. Manche Banken bieten Unterkonten mit eigener IBAN innerhalb eines Kontos an – das erspart mehrere Bankverbindungen und erfüllt denselben Zweck.

Es wird nicht automatisch geschlossen. Kündige es erst, wenn alle Zahlungspartner die neue IBAN haben und keine Lastschriften mehr eingehen – ein bis zwei Monate Überlappung sind üblich. Achte auf Verträge mit langem Vorlauf (Versicherungen, Miete, Abos) und prüfe die letzten zwölf Kontoauszüge auf wiederkehrende Buchungen.